Laos13 Mekong River near Pak Ou Hhlen 800x450Die Bergvölker-Region im hohen Norden von Laos reizt ich schon seit vielen Jahren als Reiseziel. Jetzt im Dezember bin ich endlich unterwegs. Nach den tollen Erzählungen von Helga und Uwe und ihren tollen Fotos sind die Erwartungen hoch. 

Nach einigen Tagen in Nordthailand geht es auf einer frühmorgentlichen Bootsfahrt in Chiang Kong über den Mekong, der hier die Grenze zwischen Thailand und Laos bildet. Ich bin überrascht, wieviele Touristen hier am frühen Morgen schon unterwegs sind. Toll, dass man das Visum für Laos problemlos bei der Einreise beantragen kann - auch hier in dieser ziemlich abgelegenen Gegend in Houaixay. Das wird allerdings zur Geduldsprobe, denn die laotischen Beamten arbeiten mit einer fast schon stoischen Gelassenheit. Nach gut einer Stunde halte ich dann doch noch mein Visum in den Händen

Noch ein Stück die Straße hinauf in den Ort - hier wartet auch schon Lee auf mich. Mit ihm als Guide werde ich in den nächsten zwei Wochen zu Fuß, per Boot und mit dem Fahrzeug unterwegs sein. Wir sind uns sofort sympathisch und haben von Anfang an Gesprächsstoff ohne Ende. Da Lee sehr gut englisch spricht ist die Verständigung überhaupt kein Problem. Als erstes geht es in eine Wechselstube - für wenige Dollar erhalte ich ein riesiges Bündel laotische Kipp. 

Laos13 Mekong River near Pak Ou Hhlen 800x450Die Bergvölker-Region im hohen Norden von Laos reizt ich schon seit vielen Jahren als Reiseziel. Jetzt im Dezember bin ich endlich unterwegs. Nach den tollen Erzählungen von Helga und Uwe und ihren tollen Fotos sind die Erwartungen hoch. 

Nach einigen Tagen in Nordthailand geht es auf einer frühmorgentlichen Bootsfahrt in Chiang Kong über den Mekong, der hier die Grenze zwischen Thailand und Laos bildet. Ich bin überrascht, wieviele Touristen hier am frühen Morgen schon unterwegs sind. Toll, dass man das Visum für Laos problemlos bei der Einreise beantragen kann - auch hier in dieser ziemlich abgelegenen Gegend in Houaixay. Das wird allerdings zur Geduldsprobe, denn die laotischen Beamten arbeiten mit einer fast schon stoischen Gelassenheit. Nach gut einer Stunde halte ich dann doch noch mein Visum in den Händen

Noch ein Stück die Straße hinauf in den Ort - hier wartet auch schon Lee auf mich. Mit ihm als Guide werde ich in den nächsten zwei Wochen zu Fuß, per Boot und mit dem Fahrzeug unterwegs sein. Wir sind uns sofort sympathisch und haben von Anfang an Gesprächsstoff ohne Ende. Da Lee sehr gut englisch spricht ist die Verständigung überhaupt kein Problem. Als erstes geht es in eine Wechselstube - für wenige Dollar erhalte ich ein riesiges Bündel laotische Kipp. 

Luang Namtha und Umgebung im hohen Norden von Laos

Unser Fahrzeug und der Fahrer wartet ein Stück weiter die Straße hinauf. Einigermaßen erschreckt fährt er hoch, denn er hatte es sich ein wenig gemütlich gemacht und war eingenickt. Die Verlegenheit weicht schnell und er stellte sich kurz vor. Mit gebrochenem Englisch meint er dann, das sei aber sowieso viel zu lang und und für uns Touristen viel zu schwierig auszusprechen - ich solle ihn doch einfach Mr. Car nennen. "Okay - hallo Mr. Car!"

Gut, dass Du so früh angekommen bist, meint Lee, denn wir haben heute noch viel vor! Die Stadt haben wir schnell hinter uns gelassen und es wird ländlich. Wir fahren durch eine wirklich schöne, sattgrüne und hügelige bis bergige Landschaft. Da kriegen Lee und Mr. Car gleich den richtign Eindruck von mir - am liebsten hätte ich nach jeder Kurve einen Fotostop gemacht...

Weit sind wir noch nicht gekommen als wir schon wieder halten. Dieses Mal bin aber nicht ich es mit meinen Fotostops! Auf einem kleinen Trampelfahrt stapfen wir einen kleinen Hang hinauf und nach einigen hundert Metern erreichen wir ein kleines uriges und noch ganz untouristisches Dorf vom Volksstamm der Khmu.

Jetzt im Dezember haben wir Glück! Auf den Feldern gibt es momentan nichts zu tun und so sind die meisten Dorfbewohner zuhause und erledigen die ganz alltäglichen Arbeiten. Dabei geht es ziemlich beschaulich zu und es wird viel geplaudert und gelacht. Die Älteren passen meistens auf die Kinder auf.

Heute ist Schlachttag. Etwas abseits vom Dorf sind einige Männer damit beschäftigt, ein geschlachtetes Schwein zu zerlegen und zum Verzehr vorzubereiten. Das Fleisch soll später unter allen Familien in dem kleinen Dorf verteilt werden, denn es gibt keinen Kühlschrank und so muss das frische Fleich relativ schnell verbraucht werden.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Luang Namtha, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im hohen Norden von Laos. Von hier aus sind es nur wenige Kilometer zur laotisch-chinesischen Grenze nach Yunnan. Etwas außerhalb der Stadt schauen wir uns erst einmal die vor einigen Jahren neu gebaute goldene Pagode an.

Von hier aus blitzt schon die kleine goldene Pagoden That Phum Phuk auf dem nahegelegenen Hügel zwischen dem üppigen Grün hervor. Das Orignal wurde im zweiten Indochina-Krieg durch Bomben zerstört und 2003 wieder nach alten Plänen neu errichtet. Natürlich steigen wir hinauf auf den Hügel und zu dieser herrlich im Sonnlicht leuchtenden Pagode.

Von hier oben haben wir gleichzeitig einen Blick über die kleine Stadt Luang Namtha.

Die Sonne steht schon ziemlich tief und so machen wir uns erst einmal auf den Weg zum Hotel. Hier in Luang Prabang bin ich in den Phu Lu Bungalows untergebracht. Die kleine Bungalowanlage liegt in einer Seitenstraße ganz idyllisch in einem großen Garten und trotzdem ganz zentral.

Von hier aus sind es nur wenige Schritte zurück zur Hauptstraße und zum Nachtmarkt. So mache ich mich gleich gleich wieder auf den Weg und will dabei gleich mal schauen, ob ich da noch etwas leckeres zum Abendessen finde.

Trekking zu einem entlegenen Lanten-Dorf

Gestern Abend haben wir den Tag auf dem Nachtmarkt ausklingen lassen. Heute Morgen beginnen wir den Tag schon ganz früh mit dem Besuch des morgentlichen Marktes. Für unsere zwei-tägige kleine Trekkingtour wollen wir noch einige Vorräte kaufen. Die Märkte hier oben im entlegenen Norden von Laos sind noch wirklich authentisch, urig und teilweise auch für uns Europäer ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Der Markt erinnert mich an den urigen Markt in Kohima in Nagaland im fernen Nordost-Indien. Ich habe noch die Worte von Koto, unserem Guide im Ohr: "Wir Nagas essen alles, was vier Beine hat außer Tische und Stühle und alles was fliegen kann außer den Flugzeugen am Himmel"...

Nach unserem Einkauf lassen wir Luang Namtha schnell hinter uns. Ich habe nur das nötigste in meinen Tagesrucksack gepackt. Für die eine Übernachtung im Dorf brauche ich nicht viel. Mein sonstiges Gepäck ist im Hotel deponiert, denn morgen Abend sind wir ja schon wieder zurück.

Die Straße wird immer schlechter. Irgendwann verdient sie kaum noch den Namen und endet irgendwo im Grünen. Wir steigen aus und nach wenigen Minuten erreichen wir ein kleines Dorf. Hier treffen wir auf unsere beiden Begleiter. Frösteln hocken sie in der morgentlichen Kühle an einem kleinen Feuer - ein örtlicher Guide und ein Koch, der dafür sorgen soll, dass unsere Mahlzeiten im Dorf nicht zu authentisch ausfallen.

Auf einem schmalen Pfad gehen wir los und sind schon nach wenigen Minuten umgeben von dichtem Bergurwald. So dicht ist das Grün, dass es nur selten den Blick freigibt über die grandiose Berglandschaft. in der wir unterwegs sind. Lianen hängen von den Bäumen herab und ich fühle mich fast ins Dschungelbuch versetzt. Jetzt fehlen nur noch Lendenschurz und Urschrei und Lee würde Tarzan alle Ehre machen.

Nach drei Stunden erreichen wir einen kleinen urigen Unterstand aus Stangen und Palmblättern. Aus seinem Rucksack zaubert Lee ein Lunchpaket nach dem anderen hervor. "Sticky Rice" und verschiedene Gemüsesorten sind umweltfreundlich in Bananenblätter verpackt, die uns gleichzeitig auch als Teller dienen.

Nach zwei weiteren Stunden Marsch weicht der Wald langsam etwas zurück. Wiesen und Felder kommen in Sicht. Das Dorf ist nicht mehr weit, meint Lee. Wir treffen auf einige Dorfbewohner, die emsig beschäftigt sind, ein Feld abzuernten und das Stroh zum Trocknen aufzuschichten.

Nach weiteren zehn Minuten erreichen wir das dazugehörige Dorf weitab von jeder Straßenanbindung. Fünf Stunden haben wir mit mir als langsamer "Schnecke" gebraucht, um das Dorf zu erreichen. Auch wenn die Einheimischen für dieselbe Strecke wahrscheinlich nur drei Stunden brauchen, ist es immer noch eine Herausforderung so weit abseits zu wohnen.

Zielstrebig gehen Lee und die beiden anderen Begleiter auf eines der Häuser zu. Hier werden wir übernachten, meint Lee. Das ist das Haus des Dorf-Vorstandes. Die Lebensumstände sind denkbar einfach. Strom gibt es hier noch nicht. An einigen Häusern sind kleine Solar-Module mit Batterien angebracht, um wenigstens in den Abendstunden ein wenig Licht zu haben.

Das Haus besteht aus einem einzigen großen Raum, der zum Wohnen, Kochen und Schlafen dient. Im hinteren Bereich des Hauses sind zwei Schlaf-"Gemächer" etwas abgetrennt. Schau, zeigt mir Lee ganz stolz, das ist für heute Nacht Deine Schlafstatt. Dann zaubert er noch ein großes Tuch aus seinem Rucksack und hängt es vor die offene Seite, so dass ich sogar ein wenig "Privatsphäre" habe. Das ganze macht mir ein ziemlich schlechtes Gewissen, denn immerhin hat eines der Familienmitglieder mir den Schlafplatz abgetreten. Das musst Du nicht haben, meint Lee. Gastfreundschaft ist hier eine ganz große Tugend. Es ist für jedes Haus eine große Ehre, einen Gast zu beherbergen. Dafür rückt die Familie gerne mal etwas zusammen. Außerdem haben sie durch die Übernachtung noch ein kleines Zusatzeinkommem, versucht Lee meine Bedenken zu zerstreuen.

Inzwischen hat es sich herumgesprochen, das Gäste im Haus des Dorf-Vorstandes angekommen sind. Draußen raschelt und tuschelt es und einige Kinderaugen versuchen neugierig einen Blick zu erhaschen. Dabei sind sie ziemlich scheu, denn nicht oft kommen Fremde ins Dorf.  

Bevor es dunkel wird machen wir noch einen kleinen Rundgang durch das Dorf. Hier gibt es sogar eine ganz einfache Schule - eine Grundschule (Primary School) für die ganz kleinen von sechs bis zehn Jahre. Auch die Kinder des Nachbardorfes kommen hierher.

Für die weitere Schulbildung müssen die Kinder dann das Dorf verlassen. Wenn es sich die Eltern leisten können werden sie dann auf ein Intenat oder zu Verwandten oder Bekannten gegeben, die näher an einer der weiterführenden Schulen wohnen. Die Kinder sind dann oft schon sehr früh von ihren Familien getrennt oder sogar auf sich selbst gestellt. Lee erzählt, dass er zum Besuch der weiterführenden Schule in einer Kinder-Wohngemeinschaft untergebracht. Die älteren Kinder haben sich dabei um die jüngeren gekümmert und alle gemeinsam die komplette Hausarbeit, die Hausaufgaben und das Lernen organisiert.

Für den Abend ist im Dorf noch ein kleines Fest geplant. Es wird ein Lagerfeuer entzündet und die Kinder erhalten jetzt kurz vor dem anstehenden laotischen Neujahrsfest ganz feierlich ihre Schulzeugnisse. Da passt es richtig gut und wir übergeben auch gleich unsere Gastgeschenke an den Lehrer, der sie gerecht verteilt - Schreiblöcke, Bleisstifte, Bleisstiftspitzer und Radiergummis. Die Kinder sind begeistert und verlieren dabei auch ein wenig ihre Schüchternheit.

Schon früh am Morgen verlassen wir unsere freundliche Gastfamilie und das Dorf, um einen anderen Weg zur Straße zurückzugehen. Nach kurzem Marsch kommen wir an einem kleinen Fluss. Was für eine Idylle entlang des Flusses im dichten Bergurwald.

Je weiter wir kommen, umso abenteuerlicher wird der Weg. Die Bäume werden immer größer und wechseln sich ab mit meterhohem Bambus. Am abenteuerlichsten sind jedoch die regelmäßigen "Brücken"-Überquerungen. Auf einem oder zwei glitschigen dünnen Baumstämmen über einen Bach oder ein Schlammloch zu balancieren ist ja so gar nicht meins!

Einige Brückenüberquerungen, ein sonniges Picknich auf einer Wiese und eine Flussüberquerung per Boot später erreichen wir wieder die Straße. Mr. Car wartet schon auf uns und wir fahren zurück nach Luang Namtha.

Von Luang Namtha nach Muang Khua - dem Nam Ou-Fluss entgegen

Zur Abwechslung sind wir mal wieder mit Mr. Car unterwegs. Von Luang Namtha geht es über Oudomxai, dem Hauptort des gleichnamigen Distrikts bis nach Muang Khua, das direkt am Zusammenfluss des Nam Pak-Flusses in den Nam Ou liegt. Was für eine herrliche Landschaft!

Wie gut, dass wir nur 200 km vor uns hatten, denn schnell voran gekommen sind wir nicht. Viel zu viele wirklich urige Marktstände lockten am Straßenrand mit sehr lokalen Köstlichkeiten zum Anhalten.

Das erste Mal habe ich hier entlang der Straße auch gesehen, das lebende Tiere verkauft werden. Am liebsten hätte ich sie gleich alle aufgekauft, um Sie wieder in die Freiheit zu entlassen.

Die letzten gut 70 km geben uns schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf die idyllische Berglandschaft, die uns auf unserer Bootstour auf dem Nam Ou-Fluss erwarten wird. Die Straße führt entlang des Nam Pak-Flusses, der bei Muang Khua in den Nam Ou fließt und einer seiner größten Zuflüsse ist. Zwischendurch haben wir immer mal wieder von der Straße einen schönen Blick über den Fluss.

Dann ist es endlich so weit! Wir erreichen Muang Khua. Der Ort hat nicht wirklich etwas besonderes außer seiner phantastischen Lage am Zusammenfluss von zwei sehr wichtigen Flüssen in Nordlaos, die beide wichtige Lebensadern für die Einheimischen sind. Nach der langen Fahrt beschließen wir den Tag mit einem herrlichen Abendessen auf einer Restaurant-Terasse mit Blick über den Fluss.

Bootstour flussabwärts auf dem Nam Ou-Fluss in Richtung Süden

Beim Frühstück auf derselben Restaurant-Terasse treffe ich Margret und Lutz. Die beiden sind in meinem Alter und als Backpacker auf eigene Faust unterwegs. Wir kommen ins Gespräch und sind uns gleich sympathisch. Es stellt sich ganz schnell heraus, dass wir für heute dieselben Pläne haben. Auch die beiden wollen mit einem Longtail-Boot den Nam Ou in Richtung Süden bis nach Muang Ngoi hinunter fahren.

Allerding haben Sie bisher noch kein passendes Boot gefunden. Keine Frage, dass ich Ihnen anbiete sich mir anzuschließen, denn für mich hat Lee schon  gestern ein Boot klar gemacht. Vor allem ist das ein Charterboot, denn wir wollen natürlich jede Gelegenheit nutzen, um unterwegs auch Stops zu machen und noch ein paar Dörfer entlang des Flusses zu besuchen. Die beiden sind begeistert und sagen sofort zu.

Kaum eine Stunde später sitzen wir im Boot und lassen die idyllische Flusslandschaft an uns vorüberziehen. Es herrscht reger Verkehr auf dem Fluss. Da viele Dörfer entlang des Nam Ou bis heute noch keine Straßenanbindung haben ist der Fluss die wichtigste Verkehrsverbindung für die Menschen überhaupt. Hier fährt man noch mit dem Boot zum Einkaufen auf den Markt.

An einigen Stellen wo der Fluss recht flach ist und langsam fließt, wird die Idylle jedoch empfindlich gestört. Riesige Goldschürf-Maschinen graben sich mit ihren Baggerschaufeln wie am Fließband durch den Flussboden. Unmengen an Sand und Gestein werden auf diese Weise nach oben transportiert und im Bauch der Maschine gewaschen und gesiebt. Die überflüssigen Stein- und Geröllmassen werden dann wieder "ausgespuckt" und entlang des seichten Flussbettes aufgehäuft. Die Umweltschäden für den Fluss sind gewaltig, denn das Flussbett und die Fließgeschwindigkeit ändern sich dadurch dort dramatisch.

Gottseidank sind es nur einige wenige Stellen, an denen diese Ungetüme "wüten". Der größte Teil der Bootsfahrt ist ein echter Genuss und wir können uns kaum sattsehen an der herrlichen Landschaft. Geschickt lenkt der Skipper das Boot durch einige rasante Stromschnellen. Dann wieder fließt der Fluss überaus gemütlich dahin. Mehrfach legen wir an und besuchen einige der Dörfer.

Dabei geht es immer wieder steil die Uferböschung hinauf. Die meisten Dörfer liegen in sicherer Entfernung hoch über dem Fluss. Während der Regenzeit führt der Fluss sehr viel mehr Wasser.

Mit scheuer Neugier werden wir von den Dorfbewohnern begrüßt und beobachtet. Es kommen nicht so häufig Besucher hierher. Zwar machen viele Touristen Bootstouren auf dem Nam Ou-Fluss, aber meistens in Sammeltaxi-Booten, die unterwegs oft nicht anhalten. Ganz schnell siegt aber bei den Dorfbewohnern aber die Neugier. Hier spricht niemand mehr Englisch und so muss Lee immer wieder neugierige Fragen beantworten. Wo wir denn herkommen? Deutschland? Wo ist das? Wie lange seid ihr unterwegs gewesen, um zu uns zu kommen. So lange im Flugzeug, um hierher zu kommen! Lee erklärt, dass sich die Einheimischen sehr geehrt fühlen, dass wir so weit gereist sind und dann ihr Dorf besuchen.

Wir schauen in der Dorfschule vorbei und übergeben noch die restlichen Bleistifte und Notizhefte als Gastgeschenk zum Verteilen. Als Margret dann auch noch eine Tüte mit Luftballons an die Lehrerin zur Verteilung übergibt, ist der Damm gebrochen. Es ist unglaublich wieviel Spaß und Freude ein paar Luftballons schenken können.

Die Freude der Kinder berührt uns sehr! Noch viel mehr berührt uns jedoch das Schicksal der jungen Mutter, die in einem der Häuser mit in den Wehen liegt. Ob wir helfen könnten - bitte kommt doch mit in unser Haus, übersetzt Lee. Wir schauen uns hilflos an. Lee meinte, lasst uns trotzdem in das Haus gehen. Auch wenn wir medizinisch nicht helfen können, so ist es für die Einheimischen nicht nur eine große Ehre sondern auch ein gutes Omen, wenn wir dort nur sind.

Die junge Frau muss höllische Schmerzen haben. Der Dorf-Schamane ist dort und meint, dass das Kind wohl in Steißlage liegt und nicht heraus kann. Jemand ist unterwegs, um eiinen Arzt aus dem Nachbardorf zu holen, aber das kann dauern. Unsere Hilflosigkeit macht uns unendlich traurig. Uns bleibt nichts als einige Stoßgebete gen Himmel zu schicken. Ganz still sitzen wir dann wieder in unserem Boot - das Jammern der Frau noch in den Ohren. Gleichzeitig ist da diese tiefe Dankbarkeit für die ärztliche Versorgung bei uns zuhause, die man erst in einer solchen Situation zu schätzen lernt und meistens als so selbstverständlich empfindet...

Es dauert eine ganze Weile bis wir uns wieder durch die schöne Flusslandschaft ablenken lassen können. Je weiter wir gen Süden kommen desto gewaltiger wird diese. Hohe Karstberge ragen links und rechts vom Ufer auf und der Nam Ou schlängelt sich sanft um sie herum.

Muang Ngoi - einer der bezauberndsten Orte in Norddlaos

Schon von weitem sehen wir den Anlegeplatz und die Treppen, die vom Fluss hinauf nach Muang Ngoi führen. Umgeben von den hoch aufragenden Karstbergen liegt der Ort in einem weitläufigen Tal. Direkt oberhalb der Anlegestelle sehen wir schon unser Hotel. Nach dem Beziehen unserer Zimmer zieht es uns sogleich wieder hinaus, um die kleine Bungalow-Anlage zu erkunden.

Das schönste ist jedoch die Restaurant-Terasse!

Was für ein toller Ausblick über den Fluss.Stundenlang kann man hier sitzen und dem Treiben auf dem Nam Ou und an der Anlegestelle zuschauen. Angesteckt von der beschaulichen Gemütlichkeit des Ortes lassen wir hier den erlebnisreichen Tag bei einem leckeren Abendessen ausklingen - und hier beginnen wir auch den neuen Tag wieder mit demselben Genuss.

Muang Ngoi erscheint ein bißchen wie von einer anderen Welt. Kaum etwas lässt sich mit dieser Idylle, dieser beschaulichen Ruhe und Gelassenheit, der üppigen Natur und den überaus freundlichen Menschen vergleichen. Ländlich und wie entrückt wirkt das Tal, das bisher nur mit dem Boot über den Fluss zu erreichen ist.

Kein lärmender Autoverkehr - nicht einmal Motorräder - höchstens mal ein Fahrrad ist hier auf der einzigen Straße durch den Ort unterwegs. Die mit üppigem Grün bewachsenen Karstberge scheinen wie ein Schutzwall zu sein gegen die hektische Betriebsamkeit, wie man sie in anderen Orten findet.

Nach einer kleinen Wanderung von etwa einer Stunde erreichen wir das kleine Dorf Ban Na.

Auch hier gibt es ein kleines Gästehaus, mit dem die Einheimischen versuchen neben der Feldarbeit und der Viehzucht noch ein wenig mit Besuchern nebenher zu verdienen. Auf der Restaurant-Terasse lässt es sich herrlich chillen und den Blick über die Landschaft genießen. Das ist der richtige Platz für ein wirklich leckeres Mittagessen.

Wenn Du die Möglichkeit hast etwas mehr Zeit für Muang Ngoi einzuplanen - mach es!

Neben Spaziergängen,  kleinen Wanderungen und Besuchen in verschiedenen kleinen Dörfern bieten sich Kajak-Touren, eine Höhlenbesichtigung und der Aufstieg zu einem von drei Aussichtspunkte an. Der schönste ist der Pha Noi Viewpoint. In gut 30 Minuten stapft man hinauf zu einer Bambusplattform, die einen wirklich spektakuläree Ausblicke bietet.

Nong Khiaw - Nam Ou-Fluss und himmelhohe Karstberge

Mit etwas Wehmut steige ich ins Boot. Der Abschied von Muang Ngoi fällt mir schwer. Doch die Bootsfahrt in Richtung Nong Khiaw und die herrliche Landschaft der Karstberge lässt mich erst einmal alles andere vergessen. Immer höher ragen die grünen Riesen auf und rücken dabei immer näher an den Fluss heran. Was für eine unglaublich schöne Landschaft!

Schade! Durch diese herrliche Flusslandschaft hätte ich noch stundenlang weiterfahren können. Aber es sind gerade einmal etwas mehr als eine Stunde mit dem Boot von Muang Ngoi nach Nong Khiaw. Die Idylle des Flusses bleibt uns jedoch erhalten. Wir steigen im Mandala Ou Resort ab, das direkt am Nam Ou liegt.

Die wirklich geschmackvollen Zimmer sind in Bungalows untergebracht, von denen die meisten einen Balkon mit Blick auf den Fluss haben. Auch vom Restaurant und der Restaurant-Terasse hat man einen tollen Ausblick auf den Nam Ou. Ein wirkliches "Whow"-Hotel - das schönste, in dem ich in Laos abgestiegen bin.

Am nächsten Morgen bin ich schon früh auf den Beinen. Lee hat mir am Vortag den Weg zum morgentlichen Markt gezeigt, so dass ich mich schon lange vor dem Frühstück auf den Weg mache. Die Märkte der Einheimischen in Laos beginnen meistens mit Sonnenaufgang und dem ersten Licht. Als ich um kurz nach sechs dort ankomme ist das Treiben schon in vollem Gange. Leider war es teilweise zum Fotografieren noch etwas dunkel, so dass die Bilder teilweise nicht so gut geworden sind.

In Laos sind es hauptsächlich die Frauen, die die geernteten Früchte und sonstige Waren auf dem Markt verkaufen. Auch beim Einkaufen trifft man weitaus mehr Frauen als Männer.

Nong Khiaw ist zwar ein etwas größerer Ort im Vergleich zu Muang Ngoi, aber trotzdem sehr empfehlenswert für einen Besuch. Es sind gerade einmal drei Stunden Autofahrt, um von Luang Prabang bis hierher. Auch hier gibt es einiges an interessanten Besichtigungs- und Wandermöglichkeiten.

Es bieten sich verschiedene Wanderungen zu kleinen Dörfern in der Umgebung an. Dort kann man auch bei den Einheimischen übernachten - ähnlich wie ich es bei Luang Namtha gemacht habe. 

Außerdem gibt eine sehr beeindruckende Höhle, die den Einheimischen in den Zeiten des Indochina-Krieges als Zufluchtsort  und gleichzeitig als Kommandozentrale gedient hat. Etwa zwei Kilometer außerhalb von Nong Khiaw inmitten von Wiesen und Feldern führt der Weg über einen kleinen Fluss und eine Bambusbrücke und dann auf steiler Treppe hinauf zur Höhle in einem der gewaltigen Karstberge. Ein großer Gang führt tiefer hinein in die Höhle. Hier gibt es zwar weiters nicht viel zu entdecken, aber die Umgebung ist sehr schön. Da lohnt schon allein der Spaziergang vom Ort zur Höhle.

Unbedingt lohnenswert ist auch ein Spaziergang über die Brücke, die von Nong Khiaw aus den Nam Ou überquert. Der Blick flussabwärts ist besonders am Nachmittag mit der Sonne im Rücken unglaublich schön!

Das absolute Highlight ist jedoch der Aussichtsfberg Phadeng Peak. Von hier oben ist der Blick über Nong Khiaw, den Fluss und die Karstlandschaft einfach unbeschreiblich!

Mitten in Nong Khiaw findet man schon die Hinweisschilder und den Ticket Counter. Der Aufstieg über ca. 700 Höhenmeter dauert je nach Kondition und Fitness zwischen einer und zwei Stunden. Ich brauche fast zwei Stunden, denn es ist schon viel zu spät am Morgen.  Die Sonne brennt gegen elf Uhr unbarmherzig. Besser also, wenn Du den Aufstieg am frühen Morgen beginnst. Das wichtigste ist jedoch auf dem ausgeschilderten Weg zu bleiben, denn abseits liegen hier noch mehrere Tonnen Bomben aus dem Indochina-Krieg herum. Wenn Du Dir unsicher bist und den ausgeschilderten Weg nicht alleine gehen möchtest kannst Du auch einen ortskundigen Guide engagieren. Der Ausblick von hier oben ist wirklich jeden Schritt wert...es ist eine unglaubliche 360*-Rundumsicht!

Von Nong Khiaw nach Luang Prabang - Besuch im Dorf der Weber

Die herrliche Flusslandschaft des Nam Ou mit seinen Karstbergen lassen wir nun endgültig hinter uns. Am frühen Morgen treffen wir Mr. Car und machen uns alle zusammen auf den Weg nach Luang Prabang. Etwa drei bis vier Stunden wird die Fahrt dauern und so können wir uns unterwegs etwa mehr Zeit lassen. Lee und einige der Berg- und Stammesdörfer unterwegs besuchen.

Nach einer knappen halben Stunde verlassen wir deshalb die geteerte Hauptstraße. Gut eine halbe Stunde holpern wir über eine ungeteerte Piste. Unser Ziel ist ein abseits gelegenes Weber-Dorf. Touristen kommen nur selten hierher - das sieht man sofort. Die obligatorischen Verkaufs- und Souvenirstände gibt es hier nicht. Wir schauen uns etwas näher um. Es herrscht reges Treiben. Nahezu in jedem Haus ist man mit Wolle spinnen, der Herstellung der Naturfarben, dem Färben oder Weben beschäftigt. Lee war anscheinend schön öfter hier, denn wir werden so freundlich begrüßt.

Die Einheimischen haben sich die verschiedenen Arbeitsschritte untereinander aufgeteilt und sich spezialisiert. Gerne dürfen wir uns überall zuschauen und Lee hat die entsprechenden Erklärungen dazu parat.

Über eine Stunde schauen wir uns im Dorf um bevor wir in Richtung Luang Prabang weiterfahren. Heftiger Regen setzt ein. Also verzichten wir auf die weiteren Dorfbesuche und nehmen gleich Kurs auf Luang Prabang. 

Luang Prabang - Hotelempfehlungen in eine der schönsten Städte in Asien

Schon am frühen Nachmittag kommen wir in Luang Prabang an. Am schönsten ist es im historischen Teil der Stadt mit viel Flair aus der französischen Kolonialzeit. Am Ende einer erlebnisreichen und anstrengenden Reise ist die entspannte Atmosphäre hier genau das richtige. Die kleine Halbinsel ist auf drei Seiten von Wasser umgeben - dem Nam Khan Fluss und dem Mekong. Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten kann man ganz bequem zu Fuß erreichen. Nur für die entfernteren Ausflugsziele wie z.B. die Kuang Si Wasserfälle benötigt man ein Fahrzeug.

Deshalb sind hier auch die meisten Unterkünfte - vom einfachen Gästehaus bis hin zu 4*-Luxusherbergen. Eines aber haben alle gemeinsam - sie sind nahezu alle empfehlenswert. Jede Herberge hat ihren eigenen Charme, aber eines ist allen gemeinsam - sie sind sehr gemütlich und schön hergerichtet. Ich hatte mir ein etwas einfacheres Gästehaus, das "Lao wooden House" ausgesucht und war sehr zufrieden mit meiner Wahl.

Allerding würde ich heute vielleicht lieber etwas etwas "tiefer in die Tasche greifen" und ein Hotel mit Blick über einen der beiden Flüsse wählen. Ein Zimmer mit Balkon und Blick über den Mekong ist doch der perfekte Abschluss für einen erlebnisreichen Tag! Das Mekong Riverview Hotel liegt an der Nordspitze der Halbinsel ganz nah am Zusammenfluss vom Nam Khan in den Mekong. Das Hotel verfügt über ein eigenes Spa mit Swimmingpool auf der anderen Fluss-Seite, das man nach einem fünf-minütigen schönen Spaziergang über den Fluss über eine der vier Bambus-Brücken erreicht.

Schön ist auch das The Belle Rive Boutique Hotel. Allerdings haben die 4*-Hotels von Oktober bis März in der Hochsaison auch einen recht stolzen Preis von ab 130 € pro Zimmer - allerdings schon für zwei Personen.

Sehr viel günstiger ist dagegen z.B. das 3*-Hotel Sala Prabang am Mekong oder das Saynamkham River View am Nam Khan Fluss. Allerdings liegt hier zwischen den Hotels und dem Fluss immer noch die Uferstraße, so dass man nicht ganz so dicht am Fluss ist. Da die Uferstraße allerdings nicht so viel befahren ist, stört die Straße nicht sehr. Im Preis-Leistungs-Verhältnis sind diese Hotels wirklich interessant.

Luang Prabang, Weltkulturerbe und die schönsten Sehenswürdigkeiten

Über Luang Prabang hatte ich viel schönes und interessantes gehört und gelesen. Es gibt viel zu sehen und zu unternehmen, so dass ich mich auf fünf Tage freue - und im Nachhinein kann ich sagen, dass es nicht einer zuviel war! Was gibt es schöneres als mal etwas mehr Zeit zu haben, um alles in Ruhe zu erkunden und dabei auch noch die Seele ein wenig baumeln zu lassen. Es ist herrlich durch die Straßen und Gassen von Luang Prabang zu bummeln und sich einfach mal treiben zu lassen.

Schön ist die Stimmung auch am Abend. Der Verkehr auf der Hauptstraße hält sich in Grenzen. Die meisten Geschäfte sind noch geöffnet und verleiten noch ein wenig zum shoppen oder genießen. Ungezählte Restaurants bieten Leckereien nahezu jeder Geschmacksrichtung.

Tak Bak - die Morgenprozession der Mönche

Mit einer Taschenlampe bewaffnet schleiche ich leise die knarzende Treppe im Hotel hinunter. Es dämmert gerade. So gegen sechs Uhr beginnt die Prozession der Mönche aus den nahegelegenen Klöstern und Tempeln. Eingehüllt in ihre leuchtenden orangen Gewänder und barfuß gehen sie schweigend durch die Straßen. Die Einheimischen sitzen dabei am Straßenrand und geben jedem der Mönche eine Handvoll Klebreis, gebratenen Fisch o.ä. in ein Gefäß.

Oft wird die Prozession auch "Bettelgang" der Mönche genannt, aber das trifft es nicht wirklich. Für die Einheimischen sind die Gaben an die Mönche eine Möglichkeit sich Verdienste für eine bessere Wiedergeburt und den Segen der Mönche zu erwerben. Für die Mönche ist es ein wichtiger Beitrag für ihr Auskommen im Kloster. Wie würde man heute sagen - eine echte "Win-Win-Situation" ;-)

Es ist eine beeindruckende und schweigsame Prozession, die man sich als Tourist nur in respektvollem Abstand anschauen sollte. Die Fotos mache ich deshalb mit dem Teleobektiv ganz dezent aus dem Hintergrund. Jetzt zur Zeit des laotischen Neujahrsfestes nehmen besonders viele Mönche und Einheimische an der Prozession teil. Dabei haben die Einheimischen teilweise ihre Festtagskleidung an und haben neben dem üblichen Klebreis auch einige Leckereien für die Mönche dabei.

Die ungezählten Tempel in Luang Prabang...

und davon ist einer schöner als der andere. Wann immer ich an einem dieser Tempel vorbei gekommen habe ich mir gerne die Zeit genommen ihn näher anzuschauen. Der älteste unter ihnen ist der Vat Xieng Thong am nördlichen Ende des historischen Viertels von Luang Prabang. Die Verzierungen der Außenwände sind ganz besonders wie ich bisher noch keinen gesehen habe.

Einer der prächtigsten und auffallendsten ist der große Haw Pha Bang Tempel auf dem Gelände des alten Königspalastes direkt an der Hauptstraße von Luang Prabang. Er gehört zu den neueren Tempeln und wurde erst 2006 fertig gestellt.

Aber ich komme auch an vielen kleineren Tempeln vorbei auf meinen Spaziergängen in Luang Prabang.

Phousi Hill - Luang Prabang aus der Vogelperspektive

Den kurzen Weg von zehn bis fünfzehn Minuten hinauf auf den Hausberg von Luang Prabang säumen Schreine, Buddhas und Schutzpatrone. Am schönsten soll es dort ja zum Sonnenauf- oder -untergang sein, aber das hat zeitlich irgendwie nicht gepasst. Also stapfe ich jetzt am späten Vormittag mit Lee hinauf.  Zwei Wege führen auf den Phousi Hill. Auf der dem Nam Khan Fluss zugewandten Seiten steigen wir hinauf - Mr. Car ist so lieb uns dort abzusetzen. Teilweise führt der Pfad durch dichten Wald, so dass man während des Aufstieges nicht viel von dem Ausblick sieht, der einen oben erwartet.

An diesem schönen Ort bestand Lee darauf, dass ich unbedingt auch ein Foto von mir mit der tollen Aussicht brauche. Schnell entspann sich eine gegenseitige Foto-Session, bei der wir viel Spaß hatten.

Spaziergang am Ufer von Nam Khan Fluss und Mekong

Da der historische Teil von Luang Prabang auf drei Seiten von Wasser umgeben ist bieten sich viele Möglichkeiten zu Spaziergängen mit Ausblicken auf den Nam Khan Fluss oder den Mekong. Zahlreiche Restaurants mit Aussichtsterassen und Blick auf den Fluss laden dabei zu einer Pause ein.

Ganz interessant ist auch die Überquerung von einer der vier etwas abenteuerlicheren Bambus-Brücken über den Nam Khan Fluss.

Das geht allerdings nur in der Trockenzeit, wenn der Wasserstand nicht zu hoch ist. Die Überquerung kostet je nach Brücke zwischen 5.000 und 10.000 Kip. Das sind gerade einmal 50 Euro-Cent bzw. 1 Euro. Nach einem Spaziergang entlang dem gegenüber liegenden Ufer kann man auf einer weiteren Bambus-Brücke wieder zurück kehren in das historische Viertel von Luang Prabang.

Später am Tag taucht die tiefstehende Sonne taucht den Nam Kham Fluss in die schönste Abendstimmung. Jeder Schritt auf der Uferpromenade bietet neue stimmungsvolle Ausblicke. Egal, ob Du in einem der kleinen Restaurants bei einem Drink über das Wasser schaust oder entlang des Flusses bummelst. Leider habe ich diesen schönen Spaziergang erst viel zu spät entdeckt - sonst wäre ich wahrscheinlich jeden Abend hier unterwegs gewesen!

Der Nachtmarkt in Luang Prabang

Schon lange bevor es dunkel wird beginnen die Vorbereitungen. Entlang der Hauptstraße werden auf beiden Seiten Dutzende von Ständen aufgebaut und alles mit viel Licht in Szene gesetzt. Hier gibt es nahezu alles. Neben den Dingen des täglichen Gebrauchs natürlich auch jede Menge Souvenirs - teilweise wirklich schöne und ausgefallene Dinge.

Da zieht ein köstlicher Duft in meine Nase. Der Duft von Gaumenfreuden. Mit jedem Schritt wird er intensiver und lockt in eine kleine teilweise überdachte Seitengasse  die Food Street! Selten habe ich so eine große Auswahl an Leckereien so günstig gesehen und genossen wie auf dem Nachtmarkt in Luang Prabang. Hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Wie gut, dass ich noch nicht zu Abend gegessen habe!

Gottseidank hatte ich eine Taschenlampe dabei. So konnte ich auch ein Stück auf dem schlecht beleuchteten Pfad den Phousi Hill hinauf steigen. Was für ein herrlicher Blick aus der Vogelperspektive auf den Nachtmarkt und den Tempel Wat Sieng Thong.

Die Umgebung von Luang Prabang - Kuang Si Wasserfälle und das Elefantencamp

Für die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung braucht man auf jeden Fall einen fahrbaren Untersatz. Wenn die Entfernung nicht ganz so groß ist ist ein Mietfahrrad eine wirklich gute Wahl. Im historischen Teil der Stadt ist schon nicht sehr viel Verkehr - außerhalb der Stadt noch viel weniger. Da ist das Fahrradfahren wirklich angenehm.  Aber auch per Miet-Motorrad, Mitfahr-Charter auf einem Motorrad, mit dem Tuktuk oder per Taxi kann man gut unterwegs sein.

Kuang Si Wasserfälle

Die 30 km oneway zu den Kuang Si Wasserfällen sind mit dem Fahrrad für mich etwas zu ambitioniert. Da Mr. Car direkt in Luang Prabang wohnt fährt er Lee und mich gerne dorthin. Wasserfälle in Asien werden sehr häufig als besonders schön beschrieben und sind dann doch so maches Mal eher enttäuschend. Die Bilder im Internet und die Beschreibungen sind vielversprechend und so  bin ich einigermaßen gespannt. Zahlreiche Souvenir-Stände und kleine Restaurants säumen den Weg vom Parkplatz zu den Wasserfällen. Aber jetzt Mitte Dezember ist hier kaum etwas los.

Nach ein paar Gehminuten hinter dem Eingang gelangen wir zu einem ersten natürlichen Wasserpool inmitten des dichten Waldes. Das Wasser schimmert türkisblau und ich halte erst einmal inne, um den Anblick auf mich wirken zu lassen. Auf dem Weg hinauf zum Wasserfall kommen wir an vielen weiteren Pools vorbei - einer schöner und idyllischer als der andere.

Dabei fließt das türkies schimmernde Wasser in kleinen Wasserfällen und Kaskaden von von Pool zu Pool. Hier darf man sogar baden, aber dafür ist es jetzt Mitte Dezember einfach zu kalt. Schließlich gelangen wir zu dem großen Hauptfall, der sich über 60 m kaskadenartig seinen Weg durch die gewaltigen Karstfelsen bahnt.

Die gewaltige Höhe von 60 m wirkt erst richtig im Vergleich zu dem kleinen Menschlein, das direkt daneben auf einer Aussichtsplattform steht. Vor der beeindruckenden Kulisse der Pools und des Wasserfalls lassen Lee und ich uns erst mal wieder zu einer Foto-Session hinreißen...

Auf einem steilen und sehr rutschig nassen Pfad kann man rechts neben den Wasserfällen hinauf steigen, um die beeindruckende Szenerie von oben zu betrachten. Da es in den letzten Tagen jedoch immer mal wieder zwischendurch geregnet und der Weg ziemlich matschig ist erspare ich mir das Hinauf-Kämpfen und das Herunter-Rutschen...

Elefanten-Camp am Nam Khan-Fluss

Einige Kilometer außerhalb von Luang Prabang liegt das Camp verborgen im Dschungel direkt am Fluss. Hier verbringen eine Vielzahl von Elefanten ihren Lebensabend. Meistens sind es Tiere, die jahrelang Schwerstarbeit in der Holzindustrie geleistet haben. Das "Elephant Villange Sanctuary" versucht immer wieder diese ausgediente Elefanten freizukaufen. Das ist gar nicht so einfach, denn auch wenn die Tiere zu alt, krank oder lahm sind haben sie noch einen großen Wert - sie werden zu Fleisch verarbeitet...

Deshalb ist man im Elefanten-Camp für jede Unterstützung dankbar. Wer es sich leisten kann, kann auch selbst einen alten Elefanten kaufen und hier im Camp in Obhut geben. Ein wenig arbeiten müssen die Tiere hier allerdings auch. Stundenweise tragen sie Besucher auf ihrem Rücken schaukelnd durch den Dschungel. Dabei werden Sie aber regelmäßig von einem Tierarzt betreut. Und wenn es eiinem mal nicht gut geht oder eine Elefanten-Dame schwanger ist, dann dürfen sie sich schonen und im Dschungel erholen.

Jeder Elefant wird außerdem von einem Mahout umsorgt. Bei keinem dieser Männer habe ich eine Stange oder Peitsche gesehen. Die Tiere gehorchen allein durch die Stimme und den Druck der Füße und Knie hinter den Ohren. Als Besucher hat man viel Gelegenheit Zeit mit den sanften Dickhäutern zu verbringen. So kann man kann gemeinsam mit dem Mahout einen Elefanten pflegen und nach dem Baden mit einer wohlverdienten Bananenmahlzeit füttern.

Wer mag kann hier in diesem schönen Camp einem der stimmungsvollen Bungalows mit Blick auf den Fluss übernachten. Zu gerne hätte ich das gemacht - schon allein, um das Camp zu unterstützen. Aber leider hat die Zeit dafür nicht mehr gereicht. Da hilft nur eins - irgendwann einmal wieder hierher kommen.

Weitere Bilder vom Elephant Village Resort am Nam Khan-Fluss findest Du in meiner Fotogallerie zu den Unterkünften in Laos. 

Große Prozession in Luang Prabang zum Neujahrsfest

Überall sind die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum laotischen Neujahrsfest in vollem Gange. In diesem Jahr werden wird das Fest gleichzeitig genutzt, um den frisch renovierten Haw Pha Bang Tempel zu weihen. Hier soll dann auch die bedeutende Bang Buddha von Luang Prabang, die auch Phra Bang genannt wird, seinen neuen Platz finden. Auf einem prunkvoll geschmückten Wagen und mit großem festlichen Geleit wird er um den gesamten Ort und den Phousi Hill herum zu seiner neuen Bleibe geleitet. Seit dem 14. Jhd. wird die bedeutsamste Buddha-Statue von Laos in Luang Prabang aufbewahrt und hat seinerzeit der alten Königsstadt ihren Namen gegeben.

Schon früh am Morgen scheint ganz Luang Prabang auf den Beinen zu sein. Jeder versucht schon Stunden vorher einen möglichst günstigen Platz am Straßenrand zu ergattern, um dem vorbeifahrenden Pra Bang Budda die Ehre zu geben.

Da heißt es viele Stunden warten, denn die Prozession hat einen langen Weg bis sie im Tempel gleich nebenann ankommen wird. Das gibt gleich auch Gelegenheit mal wieder den neuesten Stadt-Tratsch auszutauschen. Aber man schaut auch in so manch gelangweiltes Gesicht.

Kurz nach Mittag ist es dann endlich so weit. Die Prozession mit dem prunktvoll geschmückten Wagen des Pra Bang Buddha kündigt sich an. Von weitem hören wir schon die Begleitmusik mit Trommeln, Tröten und Gesang.

Festlich gekleidete Ehrengäste mit Opfergaben, Mönche und auch Vertretungen der verschiedenen Bergvölker in ihrem Stammestrachten geben der bedeutendsten Buddha Statue von Laos das Geleit.

Wo das Glück nur einen "Ballwurf" entfernt ist! Neujahrsfest in Luang Prabang

Etwas außerhalb von Luang Prabang ist zum Neujahrsfest richtig was los. Über mehrere Tage wird auf einem großen Festplatz gefeiert. Mit den vielen Verkaufs- und Essensständen erinnert das ganze an einen Kirmes- oder Rummelplatz. Was für ein farbenprächtiges Treiben - ein Fest für jedes Fotografenherz!

Hier gibt es nahezu alles, was das Herz begehrt und für jeden Geschmack. Unglaublich, wie viele Essensstände aller Geschmacksrichtungen es hier gibt.

Dieses Großereignis lässt sich niemand entgehen. Aus der ganzen Umgebung kommen die Angehörigen der verschiedenen Völkerschaften und Bergstämme, um gemeinsam zu feiern und Spaß zu haben. Unglaublich, wie sich die meisten jungen Mädchen herausgeputzt haben. Dabei tragen sie meistens ihre schönsten Festtagskleider.

Gleichzeitig, erzählt mir Lee, ist das hier für die jungen Leute auch so eine Art "Heiratsmarkt". Besonders beliebt ist das große Ballwurfspiel. Dabei stehen sich die jungen Frauen und Männer in zwei bis drei Meter Entfernung in langer Reihe gegenüber und werfen sich wechselweise Tennisbälle zu. Dabei versucht jede junge Frau dem Mann den Ball zuzuwerfen, der ihr am besten gefällt und umgekehrt.

Es soll sich hier nach dem Ballwurfspiel schon so manches Pärchen zusammen gefunden haben...

Geregnet hat es in den letzten Tagen immer mal wieder zwischendurch. Leider bleibt auch das Neujahrsfest nicht von einem kräftigen Regenguss verschont. Gottseidank sind es meistens nur kurze Schauer. Wer Glück hat ergattert noch einen Platz in einem der Restaurants unter einer Regenplane. Trotzdem schauen einige junge Damen ziemlich verdrießlich.

Dieses Mal ist der Regen anscheinend etwas ergiebiger. Also mache ich mich auf den Rückweg zum Hotel. Es ist mein letzter Tag in Luang Prabang und so nutze ich die Zeit, um in Ruhe meine Siebensachen für die Weiterreise zusammenzupacken.

Mekong Kreuzfahrt - Luang Prabang - Pak Ou Höhlen - Pak Beng - Goldenes Dreieck

Aufbruch zu meiner letzten Etappe durch Laos. Ganz entspannt will ich den Mekong 300 km flussaufwärts schippern von Luang Prabang bis nach Houaixai nahe des Goldenen Dreiecks. "Die Mutter allen Wassers" wird der Mekong in Thailand und Laos genannt. Er gehört zu den zehn längsten Flüssen der Welt. Auf seinen über 5.000 km Länge fließt er durch sechs Länder und eine der schönsten Landschaften weltweit.

Die Auswahl an Bootstouren auf dem Mekong zwischen Luang Prabang und Houaixai beschränkt sich auf sehr schnell und sehr unbequem mit  Speedbooten, langsam und einigermaßen bequem in den sog. Slow Boats mit einer Übernachtung in Pak Beng oder aber luxeriös auf sog. Hotelbooten mit Privatkabinen mit Bad und WC an Bord.

Die Mekong Schompoo Cruise

... war meine Wahl. Früh um sechs Uhr ist großes Treffen am Pier. Auf einer schmalen Planke balancieren wir aufs Boot und jeder sucht sich seinen Platz. Das Slow Boat ist ca. 35 m lang, gut ausgestattet und bietet angenehm Platz für die Gäste. Jeder hat einen eigenen bequemen Sitzplatz mit Tisch. Es gibt sogar ein kleines Sonnen-"Deck". Auf die wärmende Sonne müssen wir aber an diesem frühen Dezember-Morgen noch eine Weile warten.

Schnell ist das Boot beladen. Helfer bringen unser Gepäck an Bord und verstauen es sorgsam. So schön es ist mit diesem offenen Boot auf dem Mekong unterwegs zu sein so kalt ist es jetzt an diesem frühen Dezember-Morgen allerdings noch. Wir ziehen alles übereinander, was übereinander passt. Das schützt einigermaßen vor dem kühlen Fahrtwind. Die Flusslandschaft im Morgennebel gleitet an uns vorbei.

Nach einem ganz hervorragenden Frühstück an Bord hat die Sonne den Nebel schon fast aufgelöst und die Landschaft erstrahlt im schönsten Morgenlicht.

Nach gut zwei Stunden und etwa 25 km erreichen wir den Zusammenfluss des Nam Ou in den Mekong. Fast direkt gegenüber liegen die berühmtem "Tausend Buddha Höhlen" Pak Ou in einer Steilklippe hoch über dem Fluss - unser erster Besichtigungshalt.

Die Pak Ou Höhlen

gehören zu den wichtigsten heiligen Stätten in Laos. Schon seit Tausenden von Jahren pilgern die Einheimischen hierher um zu beten oder nach einer beschwerlichen Reise eine Buddha-Statue als Dank zu hinterlassen. Außerdem brachten viele Gläubige während des Indochina-Krieges ihre privaten Buddha-Statuen vor Plünderern hierher in Sicherheit. Noch heute sind in den beiden verzweigten Höhlenräumen über 4.000 Buddha-Statuen aus allen Stilrichtungen und verschiedenen Epochen zu sehen.

Vom Landungssteg steigen wir hinauf zur unteren Tham Theung Höhle. Schon am Eingang erwarten uns die ersten prächtigen Buddha-Statuen. Was für ein stimmungsvoller Ort!

Eine steile Treppe führt in zehn Minuten zur oberen Tham Ting Höhle. Sie ist größer und tiefer als die untere, aber auch sehr viel dunkler. Wie schade, dass wir alle keine Taschenlampen dabei haben und so kaum etwas von der großen Pracht sehen können. Doch schon allein für den Ausblick von hier oben über den Mekong und die gewaltigen Karstberge hat sich der Aufstieg gelohnt.

Einige Bootsstunden und viele Landschaftseindrücke später erreichen wir Pak Beng am späten Nachmittag. Wer nicht in einem der halsbrecherisch schnellen Speedboote oder mit einem luxuriösen Hotelboot unterwegs ist, übernachtet hier. Je nach gebuchter Bootstour wird man in einem der einfachen Gästehäuser, einem einfachen Mittelklassehotel oder einer der beiden Luxus-Herbergen untergebracht.

Als Gäste der Shompoo Cruise steigen wir in der Mekong Riverside Lodge ab. Es sind nur wenige Schritte vom Landungssteg die Straße hinauf. Die Bungalows liegen am Hang direkt über dem Mekong. Der Blick über den Fluss vom Zimmerbalkon ist unübertroffen.

Bevor es dunkel wird mache ich noch einen kleinen Rundgang durch den Ort. Es gibt hier nicht viel mehr als einige Geschäfte und einen kleinen Bazar - dafür aber einige tolle Ausblicke über den Mekong.

Im Schein der Taschenlampe stapfen wir am nächsten Morgen zum Bootssteg. Es dämmert gerade erst ganz zaghaft. Aber die Dämmerung ist hier nur kurz. Als wir mit unserem Boot losfahren ist es schon fast hell.

Die viele interessanten Erlebnisse und berührenden Begegnungen werden mir noch lange Zeit in lebhafter Erinnerung bleiben und mich beschäftigen.

Hierüber werde ich in den kommenden Wochen und Monaten noch ausführlicher in Wort und Bild erzählen. Deshalb würde ich mich freuen, wenn Du immer mal wieder vorbeischauen würdest, denn es wird mit Sicherheit immer wieder neues zu entdecken geben.

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